Prophylaxe

„Prophylaxe“ bedeutet zunächst nichts anderes als „Vorsorge“. Auch der (zahn)medizinische Laie weiß, dass es kostengünstiger ist, Vorsorge zu betreiben als später eine mehr oder weniger umfangreiche zahnmedizinische Behandlung durchzuführen. Diese Erkenntnis ist allerdings noch nicht bis zu den Gesundheitspolitikern durchgedrungen, denn diese haben für den Bereich der gesetzlichen Krankenversicherungen die Prophylaxeleistungen auf die Hälfte des früher üblichen Umfangs zusammengestrichen.

Ehe ich auf den Sinn und das Ziel von „Prophylaxe“ eingehen kann, möchte ich kurz einige Begriffe erläutern:

  • Zahnstein“ ist definiert als harter Zahnbelag, der sich an den Zähnen oberhalb des Zahnfleischrandes bildet.
  • Konkremente sind harte Beläge, die in den Zahnfleischtaschen sitzen.
  • Harte Zahnbeläge ist der Oberbegriff für Zahnstein und Konkremente. Der Patient kann derartige Beläge nicht mehr selbst entfernen.
  • Weiche Zahnbeläge stellen die Vorstufe der harten Zahnbeläge dar und können noch mit der Zahnbürste und anderen Hilfsmitteln von dem Patienten selbst entfernt werden
  • Mit Parodontitis bezeichnet man eine akute Entzündung des Zahnfleisches.

Parodontitis ensteht dadurch, dass die bakterienreichen weichen und harten Zahnbeläge eine Entzündung des Zahnfleisches und des Kieferknochens verursachen. Diese Entzündung hat zur Folge, dass der Kieferknochen sich schrittweise abbaut. Es entstehen zunächst Knochentaschen, später werden die Zähne locker und fallen aus.

Ziel einer Prophylaxebehandlung muss daher sein,

  • weiche Zahnbeläge zu entfernen, damit den harten Zahnbelägen die „biologische Grundlage“ entzogen wird,
  • harte Zahnbeläge zu entfernen, damit eine Entzündung des Zahnfleisches mit nachfolgendem Knochenabbau unterbleibt,
  • die Zahnpflege des Patienten zu optimieren, damit eine Neubildung von weichen und harten Zahnbelägen verhindert wird,
  • den Erfolg der Prophylaxebehandlung zu kontrollieren, um eine dauerhafte Verbesserung der Mundhygiene zu erreichen.